Israel

Das Gelobte Land stand in den letzten 4000 Jahren immer wieder im Mittelpunkt, politisch und religiös. Jerusalem hat für die grossen Religionen der Welt verschiedene Bedeutungen, unter anderem: für die Juden die Stadt Ihrer Propheten und Könige (Abraham, David, Salomon, Jesus, usw.), für die Christen der von Christus Kreuzigung und Auferstehung und für die Muslime die Stelle an dem Prophet Mohammed zum ersten Mal direkt mit Gott in Verbindung kam. Kein Wunder ist der Ort für alle drei Religionen von grosser Bedeutung und wurde hart umkämpft. 38 Mal wurde sie erobert, teilweise zerstört und wieder aufgebaut. Die Juden, Römer, Christen, Kreuzritter, Muslime, Osmanen, Engländer und Araber hinterliessen alle ihre Spuren. Auch heute streiten sich Israel und Palästina um die Grenzen eines allfällig autonomen Palästinenser Staates. Wenn man sieht wie verflochten die Religionen und Kulturen hier sind, kann man sich kaum vorstellen, dass je eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann.

Dank der verschiedensten Einflüsse  über tausende von Jahren gibt es eine enorme Dichte an Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadtmauern der Altstadt (ca. 1km2). Wir versuchten es am ersten Tag zwar wie gewohnt auf eigene Faust, aber nur wenig später wurde uns bewusst, dass wir ohne Tour nicht weiterkommen.  So kam es, dass wir an drei sehr interessanten Stadttouren teilnahmen und jedes Mal sagen konnten, ja das hat sich gelohnt!

Einen Morgen verbrachten wir in Bethlehem, dem Geburtsort Jesus. Die Stadt liegt im Palästinensergebiet, zwar nur gerade 12km von Jerusalem entfernt, ist aber durch eine für die Palästinenser unüberwindbare Mauer (700km lang und teilweise 11m hoch) von Israel getrennt. Touristen können zwar durch einen Hochsicherheits-Checkpoint ein- und ausreisen, allerdings bekamen wir schon eine komisches Gefühl, als wir durch die bunkerartige Schleuse gingen, von Mikrophonen angesprochen wurden und durch Metalldetektoren laufen mussten. So ungefähr stellen wir uns die Situation im ehemaligen Ostberlin vor. Wie damals wird auch hier die Mauer mittlerweile mit Graffitis „geschmückt“, die teilweise schon eine Attraktion an sich sind. Unser Taxifahrer hat uns einige gezeigt und uns auch über die Situation der Palästinenser erzählt. Wir haben Bethlehem in ziemlich deprimierter Stimmung verlassen.

Die Reise nach Jerusalem hat sich also nicht nur auf Grund der vielen Sehenswürdigkeiten gelohnt, wir bekamen auch einen Einblick in die äusserst schwierige politische Situation im heutigen Israel. Ob die Stadt des Friedens jemals ihrem Namen gerecht wird, wissen wohl nur die Götter…

Jordanien

Mit dem Besuch in Jordanien werden konnten wir einen kurzen Einblick in die arabische Welt erhalten. Der Wüstenstaat hat mit Syrien, Israel, Irak und Saudi Arabien nicht gerade die einfachsten Nachbarn, international konnten sich aber die Diplomaten um König Abdullah eine weltoffene und friedliche Reputation erarbeiten. Gastfreundlich erlebten wir auch die Einwohner. Sie sprachen uns immer wieder an und gaben auch gerne Auskunft zu unseren Fragen.

Wir haben uns in Amman ein kleines Mietauto genommen (Hyundai Atos) und fuhren Richtung Süden zum Roten Meer an unser erstes Ziel. Die Stadt Aqaba ist der Ferienort im Lande und war auch bei unserem Besuch Ende Januar noch angenehm warm und sonnig (Wassertemp. ca. 22 Grad). Nach einer Nacht gings wieder Richtung Norden, wo wir in Wadi Rum halt machten und die felsige Wüstenlandschaft bestaunten. Ein Stopp lohnt sich allemal und ein Kamel hat sich auch darüber gefreut, dass wir ihm einige Äste eines Strauches fütterten…

Die bekannteste Sehenswürdigkeit im Land ist ohne Zweifel Petra. Schon 300 Jahre vor Christus erbauten erste Siedler Häuser und Tempel in den Sandstein und während den folgenden sechs Jahrhunderten florierte nicht nur der Handel, sondern auch die Steinmetzkunst, die heute noch bewundert werden kann. Für mittlerweile 50 jordanische Dinar (65 Franken) Eintritt pro Person nicht gerade ein Schnäppchen, aber die Stadt ist nun wirklich einmalig und das Geld gut angelegt. Ohne Probleme haben wir den ganzen Tag in der Wüstenstadt verbracht und immer wieder gestaunt.

Zweites Highlight auf unserem Kurztrip war das Tote Meer. Die Meisten haben wohl schon davon gehört, dass man einfach ins Wasser liegen kann ohne unter zu gehen. Es dann selbst zu erleben war ein einfach grossartig. Die immense Salzkonzentration (bis zu 33%) lässt einem nicht nur auf der Oberfläche schweben sonder hat auch zur Folge, dass man statt auf Sand auf Salzkristallen ins Wasser läuft. Übrigens liegt der Wasserspiegel des Toten Meeres 410 Meter tiefer als der der Weltmeere. Es gibt keinen anderen Punkt auf der Erde an dem man soweit unter der Meereshöhe ist (ohne nass zu werden).

Um die Jordanien Tour abzurunden, haben wir uns noch die ehemalige Römerstadt von Jerash (zu Römerzeiten Gerasa) angeschaut. Es gibt zwei grosse Theater, einen grossen Stadtplatz, eine Wagenrennen-Bahn, Tempel und und und. Auf der fast 2000 Jahre alten Römerstrasse zu spazieren ist natürlich auch nicht schlecht. Mit ein wenig Vorstellungskraft kann man sich gut verstellen, wie schön es damals ausgesehen hat.
Bilder: 1 Amman, 2-4 Aqaba, 5-6 Wadi Rum, 7-16 Petra, 17-21 Totes Meer, 22-28 Jerash

Neu-Delhi, Indien

Von verschiedenen Leuten haben wir im Zusammenhang mit Indien gehört, dass die Provinz Rajastan eine der schönsten und historisch interessantesten sein soll. Wir planten daher ursprünglich auch eine kleine Tour durch den etwas südlich von Delhi gelegenen Teil des Landes. Nach den bis anhin sehr mühsamen Zug und Busreisen entschieden wir uns aber auf Rajasthan zu verzichten und direkt nach Neu Delhi zu reisen. Die lange Zeit auf Reisen fordert ihren Tribut. Die Hauptstadt Indiens verfügt nicht nur über ein gutes U-Bahn und Bussystem, sondern ist auch sonst viel aufgeräumter und geordneter im Vergleich zu den Orten, die wir von Indien bisher gesehen haben. Zudem gibt es einige Sehenswürdigkeiten und wir besuchten auch einen Gewürzmarkt für Grosshändler. Wir überall in Indien ist es aber so, dass man ständig von Tuktukfahrern angequatscht wird. „Sgüsmi (Excuse me mit indischen Akzent), Hello Sir, where you go? Cheap! Come here! Where you from? Which country? Hello my friend!” Dasselbe auch bei jedem Stand oder Laden an dem man vorbeläuft: „Sgüsmi, Wanna buy, have a look, very cheap!“

“Incredible India“ heisst der Werbeslogan der indischen Tourismusorganisation. Wir sind mit dem Slogan absolut einverstanden – Indien ist einfach unglaublich! Die Leute sehen anders aus, sie kleiden sich anders, sie schauen andere Filme (Bollywood) und Sport (Cricket), sie Essen anders (statt mit Besteck mit den Fingern. Sie spucken auf die Strasse, sie nehmen es nicht sehr genau mit der Wahrheit und vor allem gibt es unglaublich viele von Ihnen – überall. Um Ferien zu machen (sprich: um sich zu erholen) ist das Land eher ungeeignet und nach 11 Monaten Reisen waren wir evtl. schon etwas zu  „erschöpft“ für die eher anstrengende Lebensart. Andere Traveller haben uns meist über Indien gesagt:“ Es war nicht unbedingt schön, aber interessant.“ Diese Aussage trifft die Erfahrung ziemlich gut. Das Essen war ein absolutes Highlight und das Taj Mahal ein Gebäude der Extraklasse. Wenn man noch nie in Indien war, kann man es sich eigentlich nicht vorstellen. Von daher sind wir froh, dass wir einen Einblick nehmen konnten. Ob wir aber je wieder zurückkehren, ist im Gegensatz zu anderen Ländern eher unsicher…

Agra, Indien

In Agra steht das bekannteste Gebäude Indiens – das Taj Mahal. Als die geliebte Frau des Emperators Shah Jahan 1632 starb, liess er für sie ein Mausoleum bauen. Das Taj Mahal ist eine Perfektion der Symmetrie und wahrlich ein magisches Gebäude. Wenn man das Gelände betritt, ist es schwierig, den Blick nicht auf das Taj selbst zu richten und auch wenn man in der Umgebung ist, sucht man immer wieder einen Weg, um es zu sehen. In Agra richten sich natürlich auch alle Hotels und Restauratns nach dem Taj Mahal aus. Dies obwohl mit dem Agra Fort die Stadt noch über eine weitere Attraktion verfügt. Die Festung wurde vom selben Herrscher erbaut. Ironischerweise wurde er später von seinem Sohn dort als Gefangener gehalten und konnte so sein Taj Mahal nur noch von der Ferne bewundern…

Selbst nach fast einem Jahr Reisen hat uns Indien geschockt. Die Leute sind aufdringlich, unfreundlich und sehr unzuverlässig. Wir mussten uns an die hohe Dichte an Menschen und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten (Verkehr, Smog, Dreck, Müll) erst mal gewöhnen. Es gibt mehr Slums und Bettler (auch viele Kinder) als an allen Orten, die wir bisher besucht haben. Die Erfahrung hier ist eigentlich unbeschreiblich, wir fühlen uns teilweise wie in einem anderen Universum. Nach 5 Tagen haben wir uns langsam akklimatisiert und können die Eindrücke einigermassen verarbeiten.

Varanasi, Indien

Die Hindus glauben an Wiedergeburt. Um diesem ewigen Zyklus zu entkommen, gibt es die „Möglichkeit“ in Varanasi zu sterben und sich dann auf einem der Ghats (Terassen am Ufer des Ganges) verbrennen zu lassen. Die Attraktion der Stadt ist also ziemlich makaber. Man läuft entlang des Ganges von einem Ghat zum anderen und kann dabei den Leuten beim Waschen (Kleider und sich selbst), beten, und verabschieden der Mitmenschen zuschauen. Dazu kommen Leute aller Art (Reiche, Arme, Bettler, Händler, Bootsfahrer), Ziegen, Kühe (die sind heilig hier und dementsprechend viele hat es auch), Vögel, vieeele Hunde und Touristen. Also eine Mischung die man sich nur schlecht als angenehm vorstellen kann. Wir empfanden es auch unangenehm und konnten die so oft als magische beschriebene Atmosphäre nie richtig geniessen. Dazu kamen sicher auch die kühlen Temperaturen, die uns den Aufenthalt nicht verschönerten. Allerdings können wir uns auch nicht vorstellen, dass es bei 35 Grad schöner sein kann. Bei der Wärme geben all die Exkremente (Scheisse von all den Tieren (die der Kühe wird getrocknet um sie anschliessend als Brennmaterial zu verwenden), Urin (man pinkelt ja einfach an Hauswände) und der Ganges (der Fluss ist völlig verdreckt) sicherlich einen unangenehmen Geruch. Ihr merkt also Varanasi hat uns nicht gerade begeistert. Glücklicherweise haben wir uns in einem teureren Hotel einquartiert und konnten so dem Chaos der Stadt entfliehen. Zudem haben wir im Hotel eigenen Restaurant ausgezeichnet indisch gegessen.
Die Zugfahrt zum nächsten Ziel, Agra, war ebenfalls typisch Indien. Bei der Abfahrtszeit (22:00) waren wir noch bei den Glücklichen (unser Zug fuhr rechzeitig ab, im Unterschied zu anderen die schon seit über 5 Stunden im kalten Bahnhof warteten). Unterwegs verloren wir dann aber auf den Fahrplan trotzdem schlappe 7 Stunden. Statt um 9:30 kamen wir um 16:30 (also nach fast 18 Stunden) in Agra an. Als Bonus gab es noch die ganze Fahrt eine Reisetemperatur von ca. 7 Grad…

Unterwegs

Wir hatten ohne Zweifel unzählige Highlights auf unserer bisherigen Reise. Allerdings gibt es zwischen den Highlights auch die etwas unangenehmen Reisen. Insbesondere Busreisen sind meist nicht nur spassig. Eine Episode dieser Art gab es in den letzten Tagen. Wir wollten schon am 2.1. Von Pokhara nach Lumbini und einen Tag später nach Varanasi, Indien. Um 6:00 Uhr früh sollten wir ein Taxi zur Busstation nehmen. Wie immer stellten wir den Wecker auf unserem IPod Touch. Nur dieses Mal ging er nicht ab. Als jemand vom Hotel an unserer Tür anklopfte war es dann schon 7:00 und der Bus längst unterwegs. Die Ursache, wieso unser Wecker nicht ab ging, ist laut Internet ein Softwarefehler von Apple, der auch vielen anderen Leuten zum Problem wurde. Soweit kein grosser Schaden. CHF 10 für das Busticket , aber Pokhara ist eine schöne Stadt und es ist kein Problem, einen zusätzlichen Tag dort zu verbringen. Als wir dann aber ein Busticket für den nächsten Tag kaufen wollten, hiess es, es fahren morgen keine Busse und auch die von heute sind nur schwer ans Ziel gekommen – Streik! In Nepal ist Streik nichts sehr aussergewöhnliches. An unglaublichen 125 Tagen wurde im Jahr 2010 gestreikt mit der Folge, dass die Strassen gesperrt wurden und kein Verkehr möglich war. Also hiess es noch einen Tag in Pokhara verweilen und 4.1. konnten wir endlich nach Lumbini reisen. Um halb sieben in der Morgendämmerung fuhren die Busse in die Busstation und wir scherzten noch, welcher Bus der schlechteste ist, und wir sicher diesen bekommen werden. Ihr ahnt es schon, genau einer dieser ganz üblen war es dann auch. Die Sitze etwas durchgesessen, sehr wenig Beinfreiheit, Fenster die nicht geschlossen oder geöffnet werden können und diesmal als Zugabe ein Quietschen das nicht nur sehr laut sondern während den ganzen 7 Stunden immer einen äusserst unangenehmen Krach machte. In Bhairawa (25km von Lumbini entfernt) mussten wir noch umsteigen um nach Lumbini zu kommen. Bei der Haltestelle wartete natürlich bereits ein „hilfsbereiter“ Herr der uns erklärte, dass die Fahrt mit seinem Minibus nur 30 Min dauern würde und 150 Rupien (2.-) pro Person koste und der öffentliche Bus 2 Stunden brauche und auch 70 Rupien pro Person koste. Wir entschieden uns trotzdem für den öffentlichen Bus und waren dann oh Wunder doch schon nach 45 min und für nur 35 Rupien (40 Rp) pro Person in Lumbini. (Solche „netten“ Menschen trifft man hier in Indien überall. Sie geben einem immer ungefragt Auskunft und versichern, dass sie natürlich die günstigste und beste Option sind.)

Lumbin ist übrigens der Geburtsort des Buddha und daher für die Buddhisten eine sehr wichtige Pilgerstätte (also etwas wie der Geburtsort von Jesus für Christen). Der Ort lebt dann auch mehr von der Geschichte als von sehr schönen Tempeln oder anderen Highlights. Am nächsten Morgen gings deshalb für uns auch wieder zurück nach Bhairawa und von dort noch 2 km zur indischen Grenze. Natürlich kamen immer wieder Rikschafahrer (Velotaxis) vorbei die uns mitnehmen wollten uns versicherten, dass der Marsch zu Fuss viel zu lang sei. Rikschafahrer: „Very long way sir, 4 km“. Wir: „Jaja, we know.“ 500m später kam schon der nächste angefahren: „Very far sir, 5 km.“. Ein Fussmarsch war aber genau das richtige und schon bald waren wir an der Grenze. Weil Inder und Nepali die Grenze ohne Pass und Kontrolle überqueren können muss man als Tourist das Zollhaus schon fast suchen. In einem ganz normalen Raum sitzen dann einige Männer und lesen Zeitung. Keiner möchte natürlich zu viel arbeiten und jeder drückt sich etwas vor der Aufgabe (fast wie in einer Militärkantine wenn einer mit einem Auftrag kommt). Einer gibt uns dann doch noch ein Papier, das wir ausfüllen müssen und wir bekommen den nötigen Stempel zur Einreise. Sobald man den Zollraum verlässt sind auch schon die Kollegen der Transportgang wieder da. „To Gorakhpur? I have car, very cheap, only 2 hours, with bus 5 hours!“ Wir denken, naja der Bus hat schon länger als ein Taxi und wir wollen ja den Zug nicht verpassen, nehmen wir doch mal ein Taxi und sehen weiter. Dummerweise sind wir die ersten, die in den Jeep (ein 7 Plätzer) einsteigen. Es dauert auch einige Minuten bis die nächsten mitfahren wollen. Als wir sieben Passagiere plus Fahrer sind denken wir, so jetzt geht’s los. Es müssen aber noch weitere 4 Personen gefunden werden, und wir fahren mit 11 Leuten im Auto los. Klar, dass wir uns kaum mehr bewegen konnten. 3 Stunden später kommen wir also in Gorakhpur an und gehen zum Bahnhof um ein Zugbillet zu kaufen. Auf dem Weg ignorieren wir inzwischen die Taxifahrer und Ratgeber. Obwohl alle Schalterangestellten etwas englisch können braucht es trotzdem 7 Anläufe bis wir am richtigen Ort sind und ein Ticket kaufen können. Leider gibt es keine Billete mehr in den guten Klassen mit reserviertem Platz und wir kaufen Tickets für die allgemeine Klasse, denn Gorakhpur ist nicht gerade ein Ort, an dem man länger verweilen will. Unser Expresszug nach Varanasi soll Zug um 16:00 abfahren und 5 1/2 Stunden später în Varanasi ankommen. (Es hätte zwar auch einen Zug um 14:00 gegeben, dieser habe aber 11 Stunden für denselben Weg und ist deshalb später am Ziel und zudem war dieser Zug bereits eine Stunde verspätet.) Wir essen also etwas und warten auf unseren Zug. Um 16:30 fahren wir ab. Im Abteil gibt es jeweils 8 nummerierte Sitze aber da man keine Plätze reservieren kann setzt man sich einfach wo es Platz hat. In der Regel sitzen 6 bis 7 Personen auf der für 4 vorgesehenen Bank und einige müssen auch stehen. Wir (die Weissen/Westler) sind die Attraktion in unserem Abteil. Touristen reisen ja normalerweise in reservierten Abteilen und in teureren Zügen. Zu Beginn starren uns einfach alle an (das ist nichts Aussergewöhnliches in Indien) bis sich einer traut und uns fragt woher wir sind. Damit ist das Eis gebrochen und schon bald wollen Sie wissen ob wir verheiratet sind, Kinder haben, was wir arbeiten und wie viel wir verdienen. Zudem Fragen zur Schweiz und was wir so von Indien wissen. Wir unterhalten uns also ganz angenehm aber merken auch, dass der Zug einfach nicht recht vom Fleck kommt. Immer wieder warten wir mitten im Nichts, um einen Zug zu kreuzen. Die Einheimischen nutzen die Gelegenheit um sich etwas die Füsse zu vertreten, Tee zu kaufen oder (auch sehr beliebt) irgendwo hin zu pinkeln. Um 23:00, mit 2 Stunden Verspätung, kommen wir endlich (!) in Varanasi an und sehen dort wie die Leute am Bahnhof campieren und auf einen Zug warten, der 15 Stunden Verspätung hat! Da haben wir ja im Vergleich noch Glück gehabt. Mit einem Moto Taxi fahren wir zum Hotel und fallen erschöpft ins Bett.

Pokhara, Nepal

Für Bergsteiger ist die Stadt Pokhara ein Ausgangsort für viele verschiedene Himalaya-Trekkings. Nördlich der Stadt ist die Annapurnakette mit  einigen Gipfeln zwischen 7000. und 8000 Metern und südlich liegt ein See. Man fühlt sich also fast wie in der Schweiz, zumal einer dieser Berge stark an das Matterhorn erinnert. In Pokhara ist der Verkehr viel angenehmer als in Kathmandu, es gibt viel grün, die Menschen sind sehr freundlich und es hat auch weniger Müll auf den Strassen. So ist die Stadt nicht nur für Bergsteiger ein Muss sondern für jeden Tourist der nach Nepal kommt.

In unserem Fall war das Timing wieder einmal optimal. Ein Tag nach unserer Anreise begann ein Festival. Dafür wurde aus der Hauptstrasse, die ohnehin schon fast nur mit Restaurants und Trekkingshops gesäumt ist eine autofreie mit Ständen und Animationen überall. Weil es hier auch einige Grad wärmer ist als in Kathmandu kann man auch Abends noch gut mit einer Jacke draussen sitzen und die Stimmung geniessen.

Unternommen haben wir für einmal nicht sehr viel. Eine Wanderung zur World Peace Pagoda brachte uns auf einen Hügel über der Stadt der einen herrlichen Blick auf die Stadt, den See und den Himalaya. Vor dem Aufstieg mussten wir noch etwas um den See herum laufen. Beim Rückweg ersparten wir uns diesen Umweg und liessen uns dafür über den See paddlen. Ansonsten sind wir jeden Tag einige Male durch die Hauptstrassen spaziert und haben überall die feinen Leckereien probiert. Den Trekking Shops konnten wir wie schon in Kathmandu nicht widerstehen und kauften uns je ein warmes Fleece-Jäckli, Original North Face natürlichJ. Zudem genossen wir die warme Sonne und haben auch wieder mal ein Buch gelesen.
Die Bilder zu den letzten zwei Blog Einträgen konnten wir inzwischen auch ergänzen.

Nun wünschen wir Euch natürlich allen noch einen guten Start ins neue Jahr und bereits in 5 Wochen sind wir wieder zu Hause.

Chitwan National Park, Nepal

Wenn man Nepal hört, denken die Meisten an Mt. Everest, Trekking und den Himalaya. In Nepal hat es aber auch richtigen Dschungel mit Tigern, Nashörnern und Elefanten. Natürlich konnten wir uns die Chance auf ein freilebendes Nashorn nicht entgehen lassen und wir fuhren mit dem Bus ca. 200km Richtung Süden (in Nepal dauert eine Busfahrt über diese Distanz ca. 6 Stunden…).

Der Chitwan Nationalpark ist am einfachsten vom Dorf Sauraha erreichbar. Im Nationalpark selbst hat es zwar Lodges, diese sind aber mit 400 Dollar pro Person und Nacht weit über unserem Budget. In Sauraha hat es viele (bezahlbare) Hotels und Restaurants und der Nationalpark ist direkt auf der anderen Seite des Flusses. Als wir also durchs Dorf liefen und ein Hotel suchten sahen wir ein Ressort, das unter Nepali und Schweizer Management ist. Wir dachten uns, das kann kein Nachteil sein und sahen uns das mal an. Das Zimmer war ganz ordentlich und auch der Preis stimmte (8 CHF) und kurz darauf assen wir eine Käserösti und ein Zürigeschnetzeltes :-) .
Im Ressort gab es ein Angebot mit Kanufahrt auf dem Fluss, Jeep Safari und einer Wanderung durch den Park für knapp CHF 75.- pro Person inkl. 2 Mittagessen, 2 Abendessen, 2 Frühstück und 2 Übernachtungen. Am nächsten Morgen gings mit dem Einbaum auf den Fluss. Die Kanufahrt war aber ein Reinfall, dichter Nebel (das Wasser des Flusses war ca. 20 Grad und die Luft nur ca. 10) verhinderte jede Gelegenheit ein Wildtier zu sehen. Der anschliessende Fussmarsch zurück zum Ausgangsort durch den Dschungel gab uns eine Idee wie viel Glück man braucht, um überhaut ein Wildtier zu sehen, wird hier das Gras bis zu 8m hoch (heisst denn auch passend Elefantengras).

So gingen wir ohne Erfolgserlebnis und mit mässiger Hoffnung auf die Jeep Safari. Es stellte sich aber heraus, dass wir einiges Glück hatten an diesem Tag und schon bald sahen wir Krokodile (3), dann Pfauen (3) und andere Vögel und schliesslich sogar ein Panzernashorn. Nur gerade 5 Meter vor uns war es gemütlich am Gras fressen -  super dem Tier dabei zu zusehen. Später sahen wir auch noch ein Wildschwein, ein Reh und ein paar Affen. Und es kam noch besser: am nächsten Morgen gingen wir nochmals auf ein sogenanntes Birdwatching (es gibt hier 530 verschiedene Vogelarten), dieses mal zu Fuss und dabei sahen wir nochmals 2 Nashörner :-) .

Zudem hatten wir Glück mit unserem Besuch weil gerade am 26. Dezember in Sauraha das alljährliche Elefantenrennen statt findet. Sehr interessant zu sehen wie die Elefanten mit ihren Mahouts (Elefantenreiter) über die Rennbahn rauschen. Zudem gab es auch noch Ochsenwagen und Pferdewagenrennen sowie ein Elefantenfussballspiel (Bilder folgen sobald wir eine gute Internetverbindung finden). Auch sonst konnten wir immer wieder Elefanten durchs Dorf laufen sehen. Die Kinder im Dorf beachten sie gar nicht, wir hatten auch beim 29igsten noch Freude.

An Weihnachten gabs für uns ein „Heimweh“-Znacht: Raclette (mit überraschend gutem Nepalischem Käse) und Rösti.

Kathmandu und Umgebung, Nepal

Kathmandu hat natürlich mehr zu bieten als nur schlecht isolierte Häuser und Trekkingkleider. Die UNESCO hat sechs verschiedene Tempel und Plätze im Tal (innerhalb von ca. 15 km) zu einem Kulturerbe zusammengefasst und wie gewohnt hat sich die UNESCO nicht geirrt und alle waren sehenswert.

Nachdem wir am ersten und zweiten Tag zu Fuss durch die engen Gassen der Altstadt von Kathmandu spazierten und dabei den Durbar Square (ehemaliger Hauptplatz mit vielen Tempeln) und andere Tempel der Stadt besichtigten, ging es am dritten Tag nach Nagarkot. Wir nahmen den öffentlichen Bus und stellten fest, dass ein Bus mit 25 Sitzplätzen auch ca. 60 Leute transportieren kann indem man natürlich alle Sitze besetzt und den Gang bis zum Rand füllt und auf dem Dachständer nochmals 10-15 Passagiere mitfahren lässt (es kann auch vorkommen das auf dem Dach Ziegen mitgenommen werden…). Am Ziel angekommen, sahen wir dann auch das versprochene Himalaya Panorama in voller Pracht. Der anschliessende Sonnenuntergang machte die Sache fast schon kitschig. Am nächsten Morgen dann noch den Sonnenaufgang (bei weniger Dunst und dementsprechend noch besserer Sicht) und ein gutes Frühstück und los gings zu Fuss zurück ins Tal. Eine 4 Stündige Wanderung brachte uns zum Changa Narayan Tempel. Auf unserem Weg bekamen wir einen Einblick in das (sehr einfache) Leben der Nepali. Man hält sich einige Hühner, wenn möglich ein paar Ziegen und im besten Fall auch eine Kuh und ergänzt den Unterhalt mit Mais und Reis von den Terrassenfeldern.

Vom Tempel aus ging es dann mit einem Bus nach Bhaktapur. Die Stadt war früher mal Hauptstadt und hat daher ebenfalls einen Durbar Square mit eben so schönen Tempeln und Statuen wie schon in Kathmandu. Es hat aber deutlich weniger Leute hier und auch der Verkehr ist viel angenehmer und zum Teil gar ganz verboten.
Wieder zurück in Kathmandu haben wir noch den Monkey Tempel angeschaut. Dieser liegt auf einem Hügel etwas über halb der Stadt und beherbergt Hunderte von Affen.  Die Stupa mit den darauf gemalten Augen ist das Wahrzeichen der Stadt und die Aussicht lohnt sich ebenfalls. Allerding sind wir auf unserem Fussmarsch auf den Hügel auch durch sehr arme Gegenden gekommen wo noch mehr Müll als sonst herum liegt und man unzensiert feststellen muss, dass Nepal wirklich eines der ärmsten Länder ist.

Wir wünschen Euch allen schöne Weihnachten und schöne Tage mit Familie und Freunden.

Kathmandu, Nepal

Zugegeben, wir haben nicht gerade den direktesten Weg genommen, um von Bangkok nach Kathmandu zu gelangen. Wir haben in HongKong den Flieger gewechselt und sind von dort mit der Dragon Air via Zwischenstop in Dhaka, Bangladesh nach Nepal geflogen. Wir haben also auf unserer Reise (eher ungewollt) auch noch Bangladesh besucht. Der nächtliche Anflug auf die erstaunlich dunkle Millionenstadt (hat wohl nicht so viele Strassenlampen und andere Lichtquellen) verlief normal bis der Pilot die Maschine wieder durchstartete. Nach einigen Minuten kam dann die Durchsage vom Piloten, dass der Flughafen von Nebel umgeben war und die Instrumente am Flughafen nicht richtig funktionierten(!). Beim zweiten Anflug ging dann alles glatt und wir landeten in Dhaka. Von Nebel war aber komischerweise nichts zu sehen…
In Kathmandu haben wir vorgängig ein Hotel reserviert und damit einen gratis Abhohlservice organisiert. Obwohl wir durch den Zwischenfall in Dhaka mit einer Stunde Verspätung erst um 11 Uhr Abend ankamen, wartete ein junger Mann mit einem Schild mit unseren Namen und ab gings ins Hotel. Auffällig war sofort die für uns ungewohnte Kälte. Es war so um 5°C. Natürlich denkt ihr jetzt 5°C sei nicht kalt und dass ihr seit längerem Temperaturen unter dem Gefrierpunkt habt. Dabei muss man aber wissen, dass die Häuser hier in Nepal mit wenigen Ausnahmen keine Heizung haben und äusserst schlecht isoliert sind. Die Raumtemperatur ist demzufolge nur leicht wärmer als die Aussentemperatur.
Unser erstes Ziel war also, dem Wetter entsprechende Kleidung zu kaufen. Weil Kathmandu Ausgangspunkt für Himalaya Exkursionen ist, gibt es in der Stadt unzählige Trekkingläden. Insbesondere North Face wird angeboten, aber auch alle anderen Marken wie Mammut oder Jack Wolfskin sind erhältlich. Bei den Meisten handelt es sich natürlich nicht um Originale. Die Stoffe wie GoreTex etc. werden importiert und in Nepal genäht und sind von erstaunlich guter Qualität. Wir haben natürlich zugeschlagen und uns eine Jacke für Liza und für Peter eine Jacke und einen Fleece-Pulli gekauft. Alles zusammen kostete uns gerade mal 100 Franken. Für dasselbe hätten wir in der Schweiz wohl etwa 6-mal so viel bezahlt. Mehr zur Stadt und Umgebung gibts später.