Das Gelobte Land stand in den letzten 4000 Jahren immer wieder im Mittelpunkt, politisch und religiös. Jerusalem hat für die grossen Religionen der Welt verschiedene Bedeutungen, unter anderem: für die Juden die Stadt Ihrer Propheten und Könige (Abraham, David, Salomon, Jesus, usw.), für die Christen der von Christus Kreuzigung und Auferstehung und für die Muslime die Stelle an dem Prophet Mohammed zum ersten Mal direkt mit Gott in Verbindung kam. Kein Wunder ist der Ort für alle drei Religionen von grosser Bedeutung und wurde hart umkämpft. 38 Mal wurde sie erobert, teilweise zerstört und wieder aufgebaut. Die Juden, Römer, Christen, Kreuzritter, Muslime, Osmanen, Engländer und Araber hinterliessen alle ihre Spuren. Auch heute streiten sich Israel und Palästina um die Grenzen eines allfällig autonomen Palästinenser Staates. Wenn man sieht wie verflochten die Religionen und Kulturen hier sind, kann man sich kaum vorstellen, dass je eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann.
Dank der verschiedensten Einflüsse über tausende von Jahren gibt es eine enorme Dichte an Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadtmauern der Altstadt (ca. 1km2). Wir versuchten es am ersten Tag zwar wie gewohnt auf eigene Faust, aber nur wenig später wurde uns bewusst, dass wir ohne Tour nicht weiterkommen. So kam es, dass wir an drei sehr interessanten Stadttouren teilnahmen und jedes Mal sagen konnten, ja das hat sich gelohnt!
Einen Morgen verbrachten wir in Bethlehem, dem Geburtsort Jesus. Die Stadt liegt im Palästinensergebiet, zwar nur gerade 12km von Jerusalem entfernt, ist aber durch eine für die Palästinenser unüberwindbare Mauer (700km lang und teilweise 11m hoch) von Israel getrennt. Touristen können zwar durch einen Hochsicherheits-Checkpoint ein- und ausreisen, allerdings bekamen wir schon eine komisches Gefühl, als wir durch die bunkerartige Schleuse gingen, von Mikrophonen angesprochen wurden und durch Metalldetektoren laufen mussten. So ungefähr stellen wir uns die Situation im ehemaligen Ostberlin vor. Wie damals wird auch hier die Mauer mittlerweile mit Graffitis „geschmückt“, die teilweise schon eine Attraktion an sich sind. Unser Taxifahrer hat uns einige gezeigt und uns auch über die Situation der Palästinenser erzählt. Wir haben Bethlehem in ziemlich deprimierter Stimmung verlassen.
Die Reise nach Jerusalem hat sich also nicht nur auf Grund der vielen Sehenswürdigkeiten gelohnt, wir bekamen auch einen Einblick in die äusserst schwierige politische Situation im heutigen Israel. Ob die Stadt des Friedens jemals ihrem Namen gerecht wird, wissen wohl nur die Götter…














